Montag, 31. März 2014

Episode 2 – „alles gute dir, ich muss hier aussteigen“ oder einfach: ich bin schwanger.

Es scheint so als wäre die größte Angst einer Singelfrau um die 30, alleine im Bus bis zur Endhaltestelle fahren zu müssen. Irgendwie scheinen wir es noch ganz gut zu verkraften, den neuen Freund unserer Freundin kennen zu lernen, wohl wissend, dass auch dies einen entscheidenden Einschnitt in unser bisheriges Leben darstellt, aber sobald unsere Beste dieses Leuchten in den Augen hat und verliebt säuselt „ich muss dir was sagen“, kreuzen viele von uns die Finger und denken, lass es bitte nur ein Heiratsantrag gewesen sein. Als ich mit einer meiner ältesten Freundinnen letztens bei einem Glas Wein auf der Couch saß, beichtete sie mir: „Bitte werd nicht sobald schwanger, noch eine schwangere verkrafte ich grad einfach nicht mehr!“ Und obwohl ich genau wusste was sie meinte, fragte ich mich unwillkürlich, sind wir missgünstig oder einfach nur voller Panik? Verstehen sie mich nicht falsch. Ein Kind ist ein wunderbares Geschenk, ich liebe Kinder und hoffe eines Tages selbst welche zu haben, aber welche Möglichkeiten haben wir, wenn wieder eine Freundin aus dem sinnbildlichen Bus steigt? Ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass sowohl die werdenden Mütter als auch wir genau zwei Wege einschlagen können. Wir können uns in dieses Babyglück stürzen, Bücher lesen, Bauch einölen, Babysachen shoppen, Patentante werden,... eben komplett auf diesen Babyzug aufspringen oder wir können freundlich interessiert nachfragen, aber ansonsten unser Leben leben. Und die Mütter? Sie können uns als wichtige Person in ihrem Leben behalten und uns neben Windeln, Milchpumpen und Babyschwimmen noch das gleiche Interesse entgegen bringen oder sich entscheiden ihre Vergangenheit in Umzugskisten zu verstauen und mit Kind und Kegel nach Mother-Town zu ziehen. Die Kisten mit der Vergangenheit landen dann früher oder später im Keller. Selbst wenn man sie mit besten Absichten erst mal in die Wohnung schleppt, landen sie in einer Ecke, weil man sie ja irgendwann auspacken will. Sie steht da so lange, bis man nicht mehr weiß, was drin ist. Schlussendlich landet auch diese Kiste im Keller bei den anderen. Ich glaube, wahre Freunde erkennt man nicht in schlechten Zeiten, sondern in der Schwangerschaft. Auch wenn ich zugeben muss (und ich bin nicht stolz drauf), dass ich ebenfalls zu denen gehöre, die die Finger kreuzen wenn eine Freundin Neuigkeiten hat, so ist doch jede Schwangerschaft ein Wunder... und eine gute Gelegenheit eine Freundschaft fernab von Cocktails und Partys unter die Lupe zu nehmen...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen